Merk dir die Dinge, die Menschen dir erzählen
Vor ein paar Jahren hat mir eine Freundin beim Abendessen erzählt, dass sie keine Walnüsse verträgt. Ich habe genickt. Ich habe es ernst gemeint. Und drei Monate später stand ein Salat mit Walnüssen auf meinem Tisch.
Es war keine Katastrophe. Aber es war der Moment, in dem mir klar wurde: Mir sind diese Menschen wichtig, und trotzdem vergesse ich die Hälfte von dem, was sie mir erzählen. Nicht aus Desinteresse — sondern weil niemand sich fünfzig Details über dreißig Menschen merken kann.
Deshalb habe ich Remember Them gebaut. Ich bin Marvin, Einzelentwickler aus Aachen, und das hier ist keine Firma mit einem Marketing-Team. Das ist eine App, die ich zuerst für mich selbst gebraucht habe.
Was die App macht
Remember Them ist eine iOS-App, in der du festhältst, was du über die Menschen in deinem Leben weißt. Nicht als Fließtext in einer Notiz, die du nie wiederfindest, sondern als einzelne Erinnerungen, die einer Person zugeordnet sind und die du durchsuchen kannst.
Der Ablauf ist immer derselbe:
- Jemand erzählt dir etwas.
- Du hältst es in ein paar Sekunden fest.
- Wenn es relevant wird — vor dem Geburtstag, vor dem Kochen, vor dem Wiedersehen — findest du es wieder.
Der dritte Punkt ist der eigentliche Sinn. Alles andere ist Verwaltung.
Vier Wege, etwas festzuhalten
Der Grund, warum die meisten Menschen so etwas nicht durchhalten, ist Aufwand. Wenn das Erfassen länger dauert als der Moment selbst, macht man es nicht. Deshalb gibt es mehrere Wege hinein:
- Schnelleingabe — Vorlieben, Abneigungen, Kleinigkeiten. Zwei Taps.
- Wiederkehrende Daten — Geburtstage, Jahrestage, alles mit Erinnerung.
- Natürliche Sprache — du schreibst oder sprichst einen ganzen Satz, und die KI erkennt selbst, um welche Person es geht und welche Details darin stecken. Aus „Sarah hat eine neue Stelle bei einer Agentur und ihr Hund heißt Rocket“ werden mehrere getrennte Erinnerungen.
- Siri und Widget — für die Momente, in denen du die App gar nicht erst öffnen willst.
Die KI-Erkennung ist der Teil, den ich selbst am häufigsten benutze. Sie ist in der kostenlosen Version auf drei Erkennungen pro Tag begrenzt — nicht als Verkaufstrick, sondern weil jeder Aufruf mich echtes Geld kostet.
Was du dir merken kannst
Erinnerungen liegen in Kategorien, damit ein Profil nach ein paar Monaten nicht zu einer Textwüste wird:
| Kategorie | Wofür |
|---|---|
| Liebt / Mag / Mag nicht / Hasst | Vorlieben und Abneigungen, von Musik bis Koriander |
| Basics | Was du bei einem neuen Kontakt zuerst lernst |
| Daten | Geburtstage, Jahrestage, alles Wiederkehrende |
| Familie | Partner, Kinder, Geschwister, Haustiere |
| Beruf | Wo jemand arbeitet und woran |
| Allergien | Der Grund, warum es diese App gibt |
| Wünsche & Geschenke | Alles, was jemand beiläufig erwähnt |
| Trivia | Der Rest, der einen Menschen ausmacht |
Dazu kommen Tags für alles, was quer dazu liegt (#filme, #laufen), Fotos und Dateianhänge an einzelnen Erinnerungen — die sind für alle kostenlos — und ein Journal, das dir chronologisch zeigt, was du zuletzt festgehalten hast.
Deine Daten bleiben bei dir
Das ist mir wichtig genug, um konkret zu werden:
- Kein Konto. Du lädst die App und legst los. Es gibt keine Registrierung, weil es keinen Server gibt, auf dem etwas von dir liegt.
- Alles auf dem Gerät. Deine Erinnerungen liegen lokal auf deinem iPhone. Wenn du iCloud-Sync aktivierst, laufen sie über deine persönliche iCloud, nicht über meine Infrastruktur.
- Kein Tracking, keine Werbung. Ich verkaufe keine Daten, weil ich keine habe.
- Export jederzeit. Du kannst alles als JSON exportieren. Es ist deine Sammlung, nicht meine.
- Optionale Sperre. Face ID oder Touch ID vor der App, wenn dir das lieber ist.
Eine Sache muss ich ehrlich dazusagen: Wenn du die KI-Erkennung benutzt, wird dieser eine Satz an die OpenAI-API geschickt, damit er ausgewertet werden kann. Er wird nicht zum Training von Modellen verwendet. Alles andere in der App funktioniert ohne diesen Weg — und wenn du die Funktion nie benutzt, verlässt kein Text dein Gerät.
Die App spricht Deutsch
Nicht nur die Oberfläche. Auch die KI-Erkennung versteht deutsche Eingaben und legt deutsche Erinnerungen an — sie erkennt die Sprache automatisch und orientiert sich an deiner Gerätesprache. Neben Deutsch und Englisch versteht sie Spanisch, Französisch und Italienisch.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zwischen „ich probier das mal“ und „ich benutze das täglich“. Man notiert Persönliches in der Sprache, in der man denkt.
Was es kostet
Die App selbst ist kostenlos, und zwar vollständig: alle Kategorien, unbegrenzt viele Personen und Erinnerungen, Fotos, Anhänge, Export.
Bezahlen musst du nur, wenn du die KI-Erkennung über die drei täglichen Erkennungen hinaus nutzen willst. Dafür gibt es ein optionales Pro-Abo im App Store — monatlich oder jährlich. Es gibt keine Testphase mit automatischer Verlängerung und keine Funktion, die ich dir wegnehme, um dich zum Abo zu drängen.
Und wenn du gar keine App willst
Dann ist das auch in Ordnung. Ein Notizbuch funktioniert. Eine Tabelle funktioniert. Die Notizen-App auf deinem iPhone funktioniert, solange du eine Struktur einhältst und die Suche findet, was du suchst.
Ich glaube, dass eine eigene App das Ganze schneller und langlebiger macht — sonst hätte ich sie nicht gebaut. Aber die Gewohnheit ist der wichtige Teil, nicht das Werkzeug. Wenn du nach diesem Text ein Notizbuch aufschlägst und drei Dinge über deine Schwester aufschreibst, hat sich die Seite gelohnt.
Häufige Fragen
Ist Remember Them kostenlos?
Ja. Die App und alle Kernfunktionen sind kostenlos — beliebig viele Personen, Erinnerungen, Fotos und Dateianhänge, Kategorien, Tags, Kalender, Export. Kostenpflichtig ist nur das optionale Pro-Abo, das die KI-Erkennung über drei Erkennungen pro Tag hinaus freischaltet.
Wo werden meine Daten gespeichert?
Auf deinem iPhone. Wenn du iCloud-Sync einschaltest, zusätzlich in deiner eigenen iCloud über Apples CloudKit. Es gibt keinen Server von mir, auf dem deine Erinnerungen liegen, und kein Nutzerkonto.
Funktioniert die App offline?
Ja, bis auf die KI-Erkennung. Erinnerungen anlegen, durchsuchen, bearbeiten, Profile ansehen, Erinnerungen bekommen — all das läuft lokal. Nur die Erkennung natürlicher Sprache braucht eine Verbindung, weil der Satz dafür ausgewertet werden muss.
Gibt es Remember Them für Android?
Nein. Remember Them gibt es nur für iOS. Ich bin Einzelentwickler, und eine zweite Plattform ordentlich zu pflegen ist mehr Arbeit, als ich derzeit leisten kann. Eine schlechte Android-Version wäre niemandem geholfen.
Kann ich meine Daten wieder exportieren?
Ja, jederzeit als JSON — vollständig, ohne Abo. Das ist mir wichtig: Eine Sammlung, die man über Jahre aufbaut, darf einen nicht in einer App gefangen halten.
Ist das nicht ein bisschen berechnend?
Die Frage kommt oft, und sie ist berechtigt. Meine Antwort: Sich zu erinnern ist die Zuwendung. Niemand denkt schlecht über jemanden, der in einem Kalender nachsieht, wann ein Geburtstag ist. Etwas aufzuschreiben heißt nicht, dass es dir egal ist — es heißt, dass es dir wichtig genug ist, dich nicht auf dein Gedächtnis zu verlassen.